Keine Reform ist keine Lösung.
Auch 2026 nicht.
Seit vier Jahren zeigen Familien, Fachkräfte und Vertreter*innen von Trägern und Verbänden am KiTAKOLLAPS-Aktionstag auf, was es für gute Kindertagesförderung in Brandenburg braucht.
Gemeinsam setzen wir uns ein für
- eine höhere Bildungs- und Betreuungsqualität,
- bessere Ausbildungs- und Arbeitsbedingungen,
- eine bedarfsgerechte Planung für Kita- und Hort-Plätze sowie
- eine bessere Personalausstattung.
Ein neues, zukunftsorientiertes Kitagesetz mit auskömmlicher Finanzierung, einer sich am Bedarf der Kinder orientierenden Personalbemessung und eindeutigen Vorgaben u.a. zu Qualitätsstandards ist dafür Voraussetzung.
Statt die Qualität frühkindlicher Bildung als Standortfaktor für Brandenburg anzuerkennen, umschiffen Landesregierung und Politik jedoch Lösungen und schaffen neue Herausforderungen:
- Den aktuell diskutierten Entwurf des Kita-Finanzierungsneuordnungsgesetz lehnen wir in seiner jetzigen Form ab. Es wird mit seinen unbestimmten Rechtsbegriffen und Regelungen für neue juristische Auseinandersetzungen sorgen, schafft keinerlei Verbesserungen für Kinder und Fachkräfte und bringt für Familien eine nicht unerhebliche, zusätzliche finanzielle Belastung mit sich.
- Der Wegfall der Ko-Finanzierung verlängerter Betreuungszeiten durch das Auslaufen der Richtlinie „Kita-Betreuung“ verschärft die ohnehin nicht ausreichende personelle Ausstattung in den Kitas und beeinträchtigt nicht nur die Betreuungsqualität sondern auch die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Die Einführung einer dritten Betreuungsstufe ist längst überfällig.
- Der Vorschlag zur Neuregelung des Essengeldes in Kita, Hort und Ganztag, nach dem Eltern über alle Bildungsformen hinweg einen „angemessenen Betrag“ statt der „durchschnittlich ersparten Eigenaufwendungen“ zahlen sollen, schafft neue rechtliche Unklarheiten und birgt sozialen Sprengstoff. Die geplante Umsetzung belastet Familien über Gebühr und wird dafür sorgen, dass mindestens in Hort und Ganztag weniger Kinder essen werden.
- Die sinkenden Kinderzahlen sorgen landesweit für Sorgen bei Familien, Fachkräften und Trägern. Statt die Schließung von Einrichtungen und den Abbau von (vorrangig Frauen-)Arbeitsplätzen zu diskutieren, muss die aktuelle Situation für spürbare Qualitätsverbesserungen genutzt werden: Ein echter Fachkraft-Kind-Schlüssel. Raum für präventive Arbeit. Zeit für Leitung und Anleitung. Gleichzeitig sind die sinkenden Kinderzahlen ein Warnsignal an die Politik, den Fokus endlich auf ein familienfreundliches Brandenburg zu legen.
Das KiTAKOLLAPS-Aktionsbündnis ruft alle Kitas, Tagespflegestellen und Horte in Brandenburg auf, sich vom 11. Mai bis 15. Mai 2026 an den gemeinsamen Protesten zu beteiligen und sich für ein neues, zukunftsorientiertes Kitagesetz für Brandenburg einzusetzen.